Nachdem unsere nette Postbotin die Pakete mit der Festplatte und der Software gebracht hatte, konnte es losgehen (na ja fast, denn nebenher beschäftigt uns ein kleines Umzugsprojekt, das haufenweise Freizeit bindet – aber das ist wieder eine andere Geschichte).
Materiell ist es nicht viel, das der Käufer für rund 140 Euro in der Hand hält: Eine kleine, gut fingerdicke Schachtel, die genau der Größe der DVDs entspricht. Faszinierend ist für mich immer wieder, wie wichtig Apple selbst die Kleinigkeiten sind: Die Box ist nicht mit einer „normalen“ Lasche verschlossen, sondern mit einer Schütt-Lasche, wie man sie von Bonbonschachteln kennt.
In der Bonbonschachtel befinden sich die Faltschachteln mit dem Leopard-OS X, dem iWork-Paket und dem iLife-Paket. Außerdem liegt der Box ein Aufkleber-Bogen in DVD-Größe mit 2 Apfelaufklebern bei.
Das Auspacken der Software ist ein haptisches Vergnügen. Hier fasst sich nichts billig an, selbst die DVDs stecken in Kunststoffhüllen, die mit den Fensterbriefumschlägen, in denen andere Silberlinge verpackt sind, nichts gemeinsam haben.
OK, genug geschwärmt.
Die Leopard-Verpackung trägt den Hinweis „Bitte zuerst installieren“. Hatte ich sowieso vor
. Um die Datensicherung brauchte ich mir dieses Mal keine Gedanken zu machen (vgl. Teil 1), denn bei meinem jungfräulichen Tiger-Betriebssystem gab es nichts, was der Sicherung wert gewesen wäre.
Also hinein mit der DVD in das MacBook und los geht‘s. Zunächst wird der Rechner gecheckt und die DVD getestet.
Zeit für einen Kaffee.
Dann geht es los: Vom Installationsprogramm veranschlagte Dauer: 1 Stunde 45 Minuten. Gut, dass grade die Sportschau anfängt.
Die veranschlagte Zeit wird nicht benötigt, denn beim Ende der Sportschau ist auch auch der Leopard startbereit. Das neue Dock mit dreidimensionaler Anmutung und der Schreibtischhintergrund im Star-Wars-Design zeigen, dass alles geklappt hat. Da die Hardware ja vom selben Hersteller stammt und ergo das Betriebssystem 100%ig darauf abgestimmt ist, ist das eigentlich keine Überraschung.
Die böse Überraschung stellt sich jedoch in dem Moment ein, als ich das Mail-Programm aufrufe.
Nichts!
Nach wie vor die unendlichen Weiten des Weltraums, aber keine Briefe.
Eine blaue Leuchtdiode unter dem Mail-Symbol im Dock und die Mail-Befehlsleiste am oberen Bildschirmrand zeigen an, dass das Programm geöffnet ist, aber seinen Dienst verweigert.
Über den „Fenster“-Menüpunkt lässt sich dann zwar das Hauptfenster öffnen, aber nur, um leere Verzeichnisse zu präsentieren. Und im „Senden“-Ordner dreht sich einsam das Windrad.
Beenden werden möchte es auch nicht mehr, aber als alter Windows-Anwender weiss man ja, wie man seine Pappenheimer mit dem „Sofort-beenden“-Befehl in den Allerwertesten tritt.
Als alter Windows-Anwender kennt man natürlich auch die Erste Hilfe namens Neustart.
Bringt auch nichts.
Da der Internetbrowser funktioniert, kann ich wenigstens über Webmail einen Hilferuf an meinen Bruder absetzen. Der hat schließlich den Umstieg schon lange hinter sich.
Damit ist es dann genug für diesen Abend. Der Leopard schafft es, meine freiwillige, vierwöchige Alkohoabstinenz zu beenden: Ich genehmige mir einen doppelten Aquavit und gehe frustriert ins Bett.
Wie das Mail-Programm dann doch noch zur Arbeitsaufnahme bewegt werden konnte, davon mehr in Teil 3 der Geschichte.